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Didaktik und Geschichte der Physik
  
Uni Fakultäten Fk. V Physik Didaktik und Geschichte der Physik   

Warum Wissenschaftsgeschichte im Unterricht?



Jeder naturwissenschaftliche Unterricht vermittelt Bilder und Vorstellungen davon, was Naturwissenschaften sind, wie und warum sie betrieben werden. In aller Regel ist der naturwissenschaftliche Unterricht in Deutschlands allgemeinbildenden Schulen keineswegs darauf ausgerichtet, die Arten und Weisen, wie Naturwissenschaft betrieben werden, auch realitätsnah darzustellen. Die Aufgabe des Unterrichts wird in weit stärkerem Maße darin gesehen, über Natur und weniger über Naturwissenschaft als Teil unserer kulturellen Geschichte und gegenwärtigen Praxis zu unterrichten. Die Folge ist, dass viele Schülerinnen und Schüler trotz jahrelanger Schulung in Biologie, Physik oder Chemie kaum eine authentische Vorstellung davon entwickeln, wie, warum und mit welchen Mitteln und Methoden naturwissenschaftliches Wissen produziert wird [Höttecke 2001, Kap. I.2].

In den gängigen Schulbüchern wird man kaum darüber informiert, dass naturwissenschaftliche Wissensbestände sich verändern, anzweifelbar sind, angezweifelt wurden und werden. Statt dessen erscheinen sie als monolithischer Block gesicherten Wissens. Daran ändert letztlich die in den letzten Jahren mit Recht populär gewordene SchülerInnen- und Alltagsorientierung des Unterrichts nichts.

Die Geschichte der Naturwissenschaften ist dagegen eine Möglichkeit, Naturwissenschaften als kulturhistorischen Prozess auszuweisen. Wissenschaftshistorische Fallstudien können vermitteln, dass naturwissenschaftliche Wissensproduktion nicht in genialen Einfällen weniger Genies, sondern in einem Kommunikations- und Aushandlungsprozess vieler Experten besteht. Es wird deutlich, dass Naturwissenschafttreiben eine Tätigkeit ist, die kreative, imaginative und kommunikative Kompetenzen erfordert.

 

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