Institut für Mathematik
Versicherungs- und Finanzmathematik
Ausgebildete Mathematiker/innen mit einer Vertiefung in Versicherungs- und/oder Finanzmathematik sind auf dem Arbeitsmarkt gesucht. In der gesamten Versicherungswirtschaft steht aktuell ein Umbruch bevor durch die Einführung neuer europäischer Aufsichtsregeln (Solvency II, in Deutschland speziell die seit 1.1.2009 gültigen MaRisk (VA) [Mindestanforderungen Risikomanagement für Versicherungen]). Hier besteht in besonderem Maße ein Bedarf an spezialisierten Fachkräften ("Aktuaren"). Diesem Bedarf trägt unsere Ausbildung in besonderem Maße Rechnung: Oldenburger Absolventen mit einer entsprechenden Vorbildung und guten Abschlussnoten haben keine Probleme, einen geeigneten Arbeitsplatz zu finden und erhalten bereits während ihres Studiums solide Grundlagen für ein spätere Aktuar-Ausbildung durch die Deutsche Aktuarvereinigung DAV. Aber Achtung: eine Zulassung zur Aktuarausbildung lediglich mit dem Fach-Bachelor-Abschluss setzt den Nachweis von mindestens 120 KP in fachmathematischen Prüfungsleistungen voraus; siehe die jeweils gültige Prüfungsordnung der DAV (insbesondere §8), die unter dem dortigen Navigationspunkt AUSBILDUNG zu finden ist. Nach der fachspezifischen Anlage zum Bachelor-Studiengang Mathematik an der Universität Oldenburg werden bei der DAV anerkannt:
- 90 KP aus dem Kerncurriculum
-
12 KP aus dem fachnahen
(!) Professionalisierungsbereich
(nur
Mathematik-Veranstaltungen, keine Programmierkurse oder Praktika oder Tutorentätigkeit)
- 15 KP aus dem Bachlorarbeitsmodul.
Damit können standardmäßig nur 117 KP bei der DAV angerechnet werden. Studierende, die nach dem Bachelor-Abschluss direkt eine Berufstätigkeit aufnehmen wollen und dann eine Aktuarausbildung bei der DAV anstreben, müssen also mindestens eine weitere Mathematik-Veranstaltung (vorzugsweise aus den Vertiefungsmodulen) mit einer bestandenen Prüfungsleistung nachweisen. Achtung: vor der Zulassung zur Aktuarausbildung werden zusätzlich Vorkennnisse im Bereich Wahrscheinlichkeitstheorie / Statistik verlangt, die in der jeweils gültigen Prüfungsordnung der DAV festgelegt sind. Als Bevollmächtigter der DAV darf ich eine entsprechende Bescheinigung ausstellen, sofern Sie alle drei Veranstaltungen
- Stochastik
- Statistik I
- Statistik II
erfolgreich absolviert haben. Wenn Sie diese geforderten Vorkenntnisse nicht nachweisen können, müssen Sie vor der Zulassung zur Aktuar-Ausbildung eine separate Eingangsprüfung bei der DAV ablegen.
Der früher im Diplom-Studiengang verankerte Schwerpunkt "Versicherungs-und Finanzmathematik" wird im Master-Studiengang Mathematik in veränderter Form fortgeführt. Im Bereich der Versicherungsmathematik sind abwechselnd bei mir folgende Schwerpunktveranstaltungen vorgesehen:
Im Wintersemester:
Risikotheorie (9 KP) mit den Themen Personenversicherung (Lebens- und Krankenversicherung), Sachversicherung (Kollektives Modell der Risikotheorie, Rückversicherung, Prämienprinzipien, Spätschadenreservierung), Credibility-Theorie, Ruintheorie
oder
Quantitative Risik Management (9 KP) (in englischer Sprache) mit den Themen Risikomaße und Risikomessung, Modellierung von Abhängigkeitsstrukturen, Monte Carlo-Methoden, Risikokapitalallokation, rechtliche Rahmenbedingungen (Solvency II, MaRisk).
Im Sommersemester:
Ein Hauptseminar (2 KP) zu speziellen Themen aus der Versicherungsmathematik.
Unsere Arbeit wird in erheblichem Umfang unterstützt durch den gemeinnützigen
Verein zur Förderung der Versicherungs- und Finanzmathematik an derUniversität Oldenburg e.V.

Ein paar interessante Links:
Schweizerische Aktuarvereinigung
Internationale Aktuarvereinigung IAA
Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e. V.
Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht
Ansprechpartner
Prof. Dr. Angelika May (Finanzmathematik)
Prof. Dr. Dietmar Pfeifer (Versicherungsmathematik)