Institut für Germanistik

Lehre

Wintersemester 20010/2011:

Deutsche Filme der 1950er Jahre (Master/Seminar im MM6)

Begleitseminar zur BA-Arbeit: Literaturwissenschaft (BA/Abschlussmodul)

VAMPIRE! Zur Geschichte von (literarischen) Nachzehrern & Blutsaugern (Seminar im BA/AM2)

VAMPIRE! Zur Geschichte von (literarischen) Nachzehrern & Blutsaugern (Übung im BA/AM2)

Moderne/Postmoderne (Übung im BA/AM1)


Sommersemester 2010:

Literarische Phantastik (Master/Seminar im MM6a)

Begleitseminar zur BA-Arbeit: Literaturwissenschaft (BA/Abschlussmodul)

Deutsche Criminal-Novellen (Seminar im BA/AM2)

Deutsche Criminal-Novellen (Übung im BA/AM2)


 Wintersemester 2009/2010:

Selbstreflexivität in Literatur & Film (Master/Seminar im MM6a)

Begleitseminar zur BA-Arbeit: Literaturwissenschaft (BA/Abschlussmodul)

Biedermeier (Seminar im BA/AM1)

Biedermeier (Übung im BA/AM1)

Sturm & Drang (Seminar im BA/AM1) 


Sommersemester 2009:

"Als das Kind Kind war, wußte es nicht, daß es Kind war (...)" - Literarische Kindheits- & Familienbilder (Seminar im AM2)

"Das ist Wahnsinn (...)." - Literarische Darstellung mentaler Ausnahmezustände [I] (Seminar im BA/AM2)

"Guter Mond, du gehst so stille (...)" - Mondbeschreibungen & Mondreisen in der deutschsprachigen Literatur dreier Jahrhunderte (Seminar im BA/AM2)

"Fly Me To The Moon (...)" - Mondbeschreibungen & Mondreisen in Literatur und Kultur (Übung im BA/AM2)

 


 

Wintersemester 2008/2009: Aufbaumodul "Gattungen, Gattungstheorien und Motive" (BA/AM2)

Motivgeschichte konkret: Werwölfe in deutschsprachigen Texten von der Frühen Neuzeit bis zur Gegenwart (Seminar im Aufbaumodul)

Das Seminar dieses AM2 nimmt jede seiner Aufgaben ernst, besonders aber eine, indem es in eine Teildisziplin der Literaturwissenschaft vertiefend einführt: die der Motivgeschichte. Gesondert soll dabei untersucht werden, welche gedanklichen 'Hilfestellungen' hier die Kategorien von 'Mythos' einerseits und 'Typologie' andererseits bieten. Konkret wird all dies an einem Beispiel verhandelt werden: an Motiv und Topos der 'Werwölfe'. So ergibt sich die gute Gelegenheit, die verschiedenen Gattung, also sowohl Gedichte und Dramen, wie auch diverse epische Formen (Sage, Märchen, Erzählung und Roman) zu untersuchen.

Die nachfolgenden Autorinnen und Autoren (in alphabetischer Reihenfolge) werden im Semester u.a. behandelt: Theodor Däubler, Annette von Droste-Hülshoff, Johann Geiler von Kaysersberg, Johann Wolfgang Goethe, Richard Lemme, Christian Morgenstern, Friedrich de la Motte-Fouqué, Arno Schmidt, Helmut Rellergerd (= John Sinclair), Johann Heinrich Voß und Hans Watzlik.

Modifikationen eines Motivs - Vom Motiv zur Metapher zur Metanymie: Werwölfe in literarischen und (kultur-)analytischen Texten (Übung im Aufbaumodul)

Die Übung dieses AM2 nimmt Aspekte und Konzepte des Seminars wieder auf, zeigt aber vor allem, dass es zu 'Bruchpunkten' in der Geschichte eines Motivs kommen kann, etwa weil ein Topos sich vom rein Motivischen fortbewegt - zum Beispiel in Richtung des Metaphorischen. Weiterhin wird zu untersuchen sein, ob der Begriff der Metonymie in der Lage ist, ästhetische Verfahrensweisen und denkerische Volten - beispielsweise der Postmoderne - zu erläutern. Unterschiedliche Textsorten sollen dabei betrachtet werden.

Die literarischen Texte stammen hier von (in alphabetischer Reihenfolge) Willibald Alexis, H. C. Artmann, Dietmar Dath, Franz Grillparzer, Friedrich Hebbel, Heinrich Heine, Eduard Mörike, Jean Paul, Arno Schmidt, Johann Heinrich Voß und Christoph Martin Wieland; die philosophischen bzw. (kultur-)analytischen Texte von (wiederum in alphabetischer Reihenfolge) Giorgio Agamben, Gilles Deleuze, Jaques Derrida, Sigmund Freud, Félix Guattari, Jaques Lacan und Laurence Rickels.
 

Sommersemester 2008: Einführung in die Dramenanalyse (BA/Seminar im Basismodul)

In dieser Einführung werden grundlegende, aber ganz unterschiedliche Aspekte des Dramas wie des Theaters zur Sprache kommen. Unter Berücksichtigung verschiedener Epochen wird das Seminar dabei einen genaueren Blick auf verschiedene Theaterstücke, aber auch theoretische Texte zu Dramatik, Theater und Inszenierung werfen. Die in der Veranstaltung behandelten 'Texte für's Theater' sind:
- Christian Dietrich Grabbe: "Scherz, Satire, Ironie und tiefere Bedeutung" (1827)
- Georg Büchner: "Leonce und Lena" (1836)
- Karl Kraus: "Traumstück" (1922)
- Heiner Müller: "Die Hamletmaschine" (1977)
- Elfriede Jelinek: "Krankheit oder Moderne Frauen. Wie ein Stück" (1987)

In der ersten Sitzung wird ein kostenloser Reader zur Verfügung gestellt. Es ist ratsam, eine erste Lektüre von Grabbes und insbesondere Büchners Komödie bis zum Semesterbeginn durchgeführt zu haben.

 

Wintersemester 2007/2008: STÖHN! Liebesakt und Geschlechterkampf - Liebe und Sexualität in der Literatur [II] (BA/Übung im AM2)

In der Literatur wird der Geschlechtsakt vielfach dargestellt - mal mehr, mal weniger konkret. Für die gern so genannten 'Stellen' ergeben sich zuvorderst drei Fragen: Welche Bedeutung kommt hier den Kategorien von Liebe, Erotik und Sexualität zu? Ist die Vorstellung angebracht, dass diese Kategorien einander (geradezu organisch) überlappen? Ist die Diskussion der Übung im Hinblick auf Darstellungs- oder auf Wahrnehmungsweisen zu führen?

Die reichhaltigen Semesterlektüre besteht nicht nur aus Auszügen aus den Werken von de Sade und James Joyce, sondern in der Hauptsache selbstverständlich aus Texten von germanistischem Interesse. Dabei sollen ganz verschiedene Epochen betrachtet werden.

Ein theoretischer Teil (Roland Barthes, Hélène Cixous, Gilles Deleuze, Michel Foucault, Susan Sontag u.a.) wird die Veranstaltung begleiten. Dabei soll auch die uralte Pornographie-Debatte aus neuerer Sicht beleuchtet werden. - Voraussetzung dieser Veranstaltung ist somit die ernsthafte Bereitschaft zur Auseinandersetzung mit ästhetisch-politisch schwierigen und moralisch-philosophisch heiklen Positionen und Fragestellungen sowie die Bewältigung eines nicht unerheblichen Lektürepensums.

Die Übung kann nur in Verbindung mit dem Seminar "SEUFZ! Liebesgeheimnis und Herzeleid . - Liebe und Sexualität in der Literatur (I)" besucht werden.

 

Sommersemester 2007: Gegenwartsliteratur (BA/Übung im AM1)

Diese Übung will sich mit dem Begriff der Gegenwartsliteratur auseinandersetzen. Vorhaben ist es dabei, dies nicht geschichts- oder voraussetzungslos zu tun. Dementsprechend sollen in dieser Übung nicht nur Texte der letzten zehn Jahre genauer betrachtet werden, sondern solche eher einen Schlusspunkt bilden, dem die Arbeit der Lektüre und Analyse, die im Semester geleistet werden soll, zustrebt. Konkret heißt dies, dass zunächst literarische Texte aus den (späten) 60er, den 70er und 80er Jahren des 20. Jahrhunderts untersucht werden sollen, bevor sich der Kurs den 90ern und dem frühen 21. Jahrhundert zuwenden wird. Der Schwerpunkt wird bei all dem auf Prosatexten liegen.

Autoren, die dabei in Betracht kommen sind (in Semesterabfolge): Peter Weiss, Arno Schmidt, Uwe Johnson, Otto Jägersberg, H. C. Artmann, Peter Bichsel, Rolf Dieter Brinkmann, Bernhard Lassahn, W. G. Sebald, Ulrich Holbein, Patrick Roth, Dietmar Dath und Thomas Meinecke.


Wintersemester 2006/2007: Theorie, Argument, Form - Aspekte der BA-Arbeit (BA/Abschlussmodul)

Diese Veranstaltung soll auf das Abfassen der BA-Arbeit vorbereiten und hat deshalb vorerst (!) nur wenig festgeschriebene Inhalte. Viel mehr sollen Fragen und Projekte der teilnehmenden Studierenden in Zusammenhang mit ihren jeweiligen, bevorstehenden BA-Arbeiten im Mittelpunkt stehen. Teile des Seminars werden daher in der Form eines Gesprächskreises organisiert sein, in dem die Einzelnen ihre Ideen, Vorarbeiten und Texte zur allgemeinen kritischen Diskussion stellen können.

Zu Beginn des Semesters sollen jedoch zunächst mehrere Sitzungen den Formen wissenschaftlichen Arbeitens und Schreibens gewidmet werden. Hier sollen bisher erworbene Fähigkeiten reflektierend überprüft, rekapituliert und vertieft werden.

Ein weitere 'fester Block' soll in der gemeinsamen Lektüre interpretatorischer und literaturtheoretischer Texte liegen. Hierbei gilt es, zusammen deren Argumentationsweise heraus zu präparieren, das heißt diese zu verstehen und gegebenenfalls für die eigene Arbeit fruchtbar zu machen.

Den Abschluss bilden die gemeinsame Lektüre und Interpretation eines einzelnen, kürzeren literarischen Textes, anhand derer ausprobiert werden kann, wie es um das 'Rüstzeug' die bevorstehende BA-Arbeit anzugehen bestellt ist.


Sommersemester 2006: Winnetou I - intermedial (BA/Übung im Basismodul)

"Immer fällt mir, wenn ich an den Indianer denke, der Türke ein; dies hat, so sonderbar es erscheinen mag, doch seine Berechtigung." - Mit einer solchen (scheinbaren) Unglaublichkeit beginnt einer der berühmtesten und beliebtesten Texte der deutschsprachigen Literatur: der erste Teil der (im engeren Sinne) Trilogie "Winnetou, der rote Gentleman" (1893) um den titelgebenden Apatschenhäuptling und seinen 'Blutsbruder' Old Shatterhand von Karl May (1842 - 1912).

In dieser Übung werden wir uns jedoch nicht dem literarischen Text allein widmen. Ein besonderes Augenmerk wird viel mehr auf seiner Verarbeitungen in anderen Medien liegen. Dies sind namentlich die bekannte RIALTO-Verfilmung und eine Hörspielfassung (voraussichtlich die EUROPA-Version). Es wird hierbei nicht nur von besonderem Interesse sein, welche Merkmale den jeweiligen Medien an sich eignen, sondern auch wie diese bei der Adaption eines spezifischen, ja, unverwechselbaren Stoffes zur Geltung kommen. Welche Auswirkungen zeitigen sie? Geht es nicht um ein Wechselspiel von Werktreue, künstlerisch-technischer Freiheit und innovativer oder viel mehr äußerlich geforderter Stringenz? Es sind Fragen wie diese, die hier das Interesse am Bereich der Intermedialität leiten sollen.

Im Gesamtkontext der Übung werden uns allerdings nicht nur literatur-historische und film- bzw. hörspieltechnische Fragen interessieren sondern auch Blickpunkte unter denen die drei Verfahrensweisen ästhetisch angegangen werden können. Dazu gehören die folgenden Perspektiven: Literatursoziologie, literaturwissenschaftlich orientierte Psychoanalyse, gender studies (hier insbesondere die men studies), (Post-)Strukturalismus und (post-)koloniale Studien.

Textgrundlagen bilden die Fassung 'letzter Hand' (Freiburg i.B. 1908; diese ist erreichbar über http://karlmay.leo.org/) bzw. die historisch-kritische Ausgabe von Hermann Wiedenroth und Hans Wollschläger (1978 ff.). Eine vollständige Lektüre des Romans vor Veranstaltungsbeginn empfiehlt sich. - Im Rahmen der Übung wird die Gelegenheit zum Erlernen von Techniken des Referierens und zur Übernahme von Referaten gegeben sein.

 

Wintersemester 2005/2006: Prosa zwischen 1910 und 1920 (BA/Übung im Aufbaumodul)

"Das haltlose Licht tropfte auf die zartmarkierte Glatze eines jungen Mannes, der ängstlich abbog, um allen Überlegungen über die Zusammensetzung seiner Person vorzubeugen." - Sollten solche Sätze und Vergleichbares Ihr Interesse erregen, dann sind Sie in dieser Veranstaltung richtig: Es geht um fast so etwas wie 'grundlegende Neuanfänge', jedenfalls - was die anvisierten Jahre betrifft - deutlich diagnostizierbare Umbrüche und einschneidende Veränderungen in der Geschichte der deutschsprachigen Literatur. Dies gilt nicht nur ganz allgemein für literarische Textstrategien, sondern insbesondere auch für den Bereich der Techniken und Muster des Erzählens; auch deshalb konnte Karl Otten rückblickend von jenen Jahren als "Ahnung und Aufbruch" sprechen. Einen besonderen Aspekt verleiht solchen Zusammenhängen selbstverständlich das damals gerade heraufziehende zwanzigste Jahrhundert. Es geht weiterhin darum, den - in jener Zeit auch im deutschsprachigen Raum als ausgesprochen 'neu' vertretenen - Ort des Experimentellen und Innovativen zu beleuchten. Dies ist besonders deshalb aufschlußreich, weil zu solchen Stichworten (bezieht man sie eben auf den Beginn jenes Jahrhunderts), häufig eher Namen wie z.B. die von Djuna Barnes, T.S. Eliot, Alfred Jarry, James Joyce, Ezra Pound, Gertrude Stein oder Virginia Woolf fallen.

Ein deutlicher Akzent in der Annäherung an ausgewählte Texte wird auf dem Verfahren des 'close reading' liegen, nicht nur um die (eventuelle) erstmalige Berührung mit literarischer Kunst jener Jahre zu erleichtern, sondern auch, um sie sowohl semantisch wie sinnlich erfahrbar zu machen. Nicht zufällig gleicht dieser Kurs also in mehreren Hinsichten einem 'trip' ins Herz der frühen Moderne.

Zu den Autoren, die uns u.a. interessieren werden, gehören (voraussichtlich) Gottfried Benn, Alfred Döblin, Carl Einstein, Hugo von Hofmannsthal, Franz Kafka, Thomas Mann, Rainer Maria Rilke, Albrecht Schaeffer und Melchior Vischer. - Ein Reader mit den relevanten Texten wird zu Beginn des Semesters zugänglich gemacht.

Sommersemester 2005: Werwölfe als literarisches Motiv und ästhetisches Konstrukt (Proseminar)

Wir alle haben unmittelbare Vorstellungen und Ideen, wenn wir den Begriff 'Werwolf' hören oder lesen. Wesentliche Teile davon werden dem Bilder-Arsenal des (Hollywood-)Kinos entstammen, ohne dass wir uns dies stets bewußt machen. Tatsächlich aber reicht die künstlerische Tradition des Werwolfes bis in die Antike zurück. Von dort an bis in die ersten Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts ist ihr wesentlicher Träger die Literatur. Dieser wird sich das Seminar anhand der im Titel genannten Kategorien nähern und ein besonderes Augenmerk auf die kulturelle Signifikanz der weiblichen Werwölfe (der Werwölfinnen also) legen. - Nach einem kurzen, allgemeinen Vorlauf (Ovid, Pausanias, Physiologus, Marie de France, Johann Geiler von Kaysersberg) soll sich intensiv auf deutschsprachige Texte vor allem des 19. und 20. Jahrhunderts konzentriert werden; Ausnahmen bilden einige wenige Seitenblicke auf die europäische (Post-)Moderne (Boris Vian, Angela Carter). Die folgenden Autorinnen und Autoren werden von besonderem Interesse sein: Johann Wolfgang Goethe, Jean Paul, Friedrich de la Motte-Fouqué, die Brüder Grimm, Annette von Droste-Hülshoff, Heinrich Heine, Theodor Storm, Hermann Löns, Arno Schmidt, Hans Lebert und H.C. Artmann. - Dabei ergibt sich die gute Gelegenheit sowohl Gedichte und Dramen, als auch diverse epische Formen (Sage, Märchen, Erzählung und Roman) zu untersuchen.

Im Anschluß an die Veranstaltung wird für die Interessierten die Filmgruppe "Bad Moon Rising" angeboten, die in jeder Semesterwoche einen anderen Werwolf-Film (von den Klassikern bis zu neuesten Varianten) präsentiert.

Wintersemester 2004/2005: "Baby did a bad, bad thing ...". Literaturverfilmungen - Analysen und Problembeschreibungen anhand des Themas 'Ehebruch' (BA/Übung im Basismodul)

Wir werden in dieser Übung - wie auch im Tutorium - die Differenz zwischen den Medien 'Buch' und 'Film' verhandeln. Dabei geht es wesentlich um drei literarische Texte und ihre Verfilmungen. Als ein übergreifendes Element ist allen das Motiv / Thema des 'Ehebruchs' gemeinsam.

Schon die antiken Götter hatten sich mit der 'Untreue' und den sich aus ihre ergebenden Querelen zu plagen. Wir befassen uns also zwar einerseits mit einem gleichsam universellen Thema, wollen aber trotzdem das Augenmerk auf die 'Institution Ehe' legen, wie sie etwa um 1800 in einem moderneren Sinne tatsächlich relevant wird. Mit einigem Recht könnte man demnach sagen, daß der 'Ehebruch' für das Bürgertum ein zentrales Thema ist. Besondere Bedeutung erlangt dies in der zweiten Hälfte des 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Es wird nach dem 'Komfort' der Ehe zu fragen sein, aber auch nach ihren Aporien und Zwängen. Es ist daher interessant, wie die (Un-)Sicherheiten der Ehe im 19. Jahrhundert und bis über die Grenze zum 20. Jahrhundert hinaus gewirkt haben. - Wir nähern uns dem Thema einerseits durch literarische Texte aus den Jahren 1809 (J. W. von Goethe, "Die Wahlverwandschaften"), 1894 (Theodor Fontane, "Effi Briest") und 1929 (Arthur Schnitzler, "Traumnovelle") und andererseits entsprechend anhand deren Verfilmungen von Claude Chabrol, Rainer Werner Fassbinder und Stanley Kubrick.

Trotzdem der Kernpunkt des Seminars die Beschäftigung mit und das Kennenlernen von einer bestimmten Form der Intermedialität sein wird, widmet sich die Veranstaltung besonders auch den beiden hier wesentlichen Medien nicht nur in ihrer Verbindung, sondern auch in ihrer Separation. Einerseits geht es um deutschsprachige, erzählende Prosa des 19. und 20. Jahrhunderts und ihre Spezifika, andererseits wird (anteilig gleichgewichtig) der Film und seine ureigene 'Sprache' zur Diskussion stehen: Was passiert, wenn ein literarischer Text verfilmt wird? Welche Möglichkeiten zu reagieren, liegen in den Kategorien von Drehbuch, Regie, Kamera, Setting, Darstellern, Casting, Kostüm etc. vor? Welche Rolle spielt der sogenannte 'filmische Apparat'? Solchen Fragen wollen wir anhand neuerer Kultur-, Literatur- und Filmtheorie nachgehen.

Sommersemester 2004: Annette von Droste-Hülshoff: Prosa, Lyrik, Briefe (Proseminar)

Das Seminar möchte, neben der Vorstellung des vielfältigen lyrischen Werkes von Annette von Droste-Hülshoff (1797 - 1848) in repräsentativen Auszügen, besonders auch Einblick in ihre Briefe nehmen und insbesondere ihre - fast disparat zu nennenden - Prosastücke in den Mittelpunkt der Diskussion stellen. Die berühmte 'Judenbuche' wird dabei keinen unwesentlichen Punkt ausmachen. - Das Seminar wird mit einem kurzen 'Vorlauf' über schreibende Frauen und die Epoche der Romantik beginnen, um die Position und das Programm der Droste transparenter zu machen. Desweiteren können Fragen nach den Bereichen der Debatte um den (weiblichen) Kanon, der Gattungen und genres , des 'literarischen Biedermeiers' und des Realismus, des Literaturbetriebes in der Mitte des 19. Jahrhunderts, des 'weiblichen Schreibens', der Kolonialismus-Studien und der (produktiven) Droste-Rezeption gestellt werden.

Die Möglichkeit zur Übernahme von Referaten und zum Erlernen von Techniken des Referierens wird gegeben sein. Die Texte werden rechtzeitig durch den Semesterapparat zu gänglich gemacht.